In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du brauchst, um eine erfolg­reiche Kosme­tik­marke zu gründen.

Wir helfen dir einen detail­lierten Plan zu entwi­ckeln, mit dessen Hilfe du nach dem Launch deiner Kosme­tik­linie richtig durch­staten kannst.

Vielleicht möchtest du Geld von Inves­toren oder von Familie und Freunden für dein Vorhaben sammeln. In diesem Fall ist ein Plan nicht nur für dich selbst entscheidend.

Siehe diesen Artikel als ein Fahrplan zum Erfolg.

Betrachte deinen Businessplan als deinen Fahrplan. Er skizziert deine Reise, hält dich auf Kurs und hilft dir, Hinder­nisse auf dem Weg zu vermeiden.

Was du in diesem Artikel lernen wirst

Zuerst musst du den Markt verstehen.

Wir schauen uns an, wie man Trends erkennt und was deine Konkur­renten so treiben. So findest du deine eigene Nische in der Kosme­tik­branche.

Illustration zur Erklärung von „Eigene Kosmetikmarke in 5 Schritten“ mit einer lächelnden Person und fünf Schritten in schwarzen Kreisen.

Als Nächstes sprechen wir darüber, wie du deine Zielgruppe und Käufer­persona definierst. Es geht darum heraus­zu­finden, wer deine Produkte kaufen wird und was diese Menschen bewegt.

Dann wählen wir die richtige Produkt­ka­te­gorie aus. Du lernst, wie du den Bereich findest, der am besten zu dir passt.

Natürlich dürfen wir den finan­zi­ellen Teil nicht vergessen, daher gehen wir auch auf Finanz­mo­del­lierung ein. Die Budget­planung und das Verständnis deiner Zahlen sind entscheidend.

Schließlich geht es darum, dein Produkt mit Marketing- und Vertriebs­ka­nälen bekannt zu machen. Wir entwi­ckeln Strategien, damit deine Produkte den Weg zu deinen Kunden finden.

Abschließend schauen wir uns eine Fallstudie an, bei der wir analy­sieren, was bei einer erfolg­reichen Marke funktio­niert hat. So veran­schau­lichen wir die bespro­chenen Konzepte noch einmal.

100+ Vorge­fer­tigte Formu­lie­rungen

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A man with short dark hair and a beard looks at the camera, standing outside with green foliage in the background.
A young woman with long red hair and green eyes, looking at the camera with a neutral expression.
A person with dark hair in a bun and a beard, wearing a light denim jacket, stands outdoors with a neutral expression.
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Step 1

1. Verstehe den Kosme­tik­markt

Illustration, die eine Person neben einem Laptop zeigt, auf dem Diagramme und Texte angezeigt werden, mit dem Text „Verstehe den Kosmetikmarkt.“

Ein grund­le­gendes Verständnis über den Kosme­tik­markt ist für Neuein­steiger essen­ziell.

Vielleicht kennst du schon die aktuellen Trends und hast ein Gespür dafür, was sich aus Verbrau­cher­sicht gut verkauft – das ist ein guter Ausgangs­punkt.

Aber wir müssen tiefer eintauchen.

Tiefge­hende Recherche durch­führen

Du könntest etwa Beauty-Magazine gründlich lesen, Beauty-Blogs verfolgen und Branchen­be­richte sowie Leitfäden für Fachleute durch­forsten.

Dabei erhältst du nicht nur Einblicke in die Produkt-Spezi­fi­ka­tionen, sondern auch in die geschäft­liche Seite.

Deine Produkte können noch so gut sein, aber du musst verstehen, wie Kosme­tik­un­ter­nehmen operieren und die Marketing- sowie Vertriebs­kanäle kennen­lernen.

Analy­sieren von Branchen­daten

Du solltest auch Statis­tiken, Berichte, Branchen­studien und Umfra­ge­er­geb­nisse von Verbrau­chern unter­suchen.

Diese findest du auf Platt­formen wie Mintel oder Statista, die dir alle Zahlen liefern, die du zur Analyse der Kosme­tik­branche benötigst.

Vielleicht hast du bereits ein Produkt im Kopf, das du verkaufen möchtest. Versuche aber, beim Analy­sieren des Marktes offen zu bleiben.

Es ist wichtig zu verstehen, WAS du verkaufen möchtest, WO du es verkaufen willst und an WEN.

Angenommen, du erkundest den Verkauf von Makeup-Produkten in den USA und möchtest wissen, was sich am meisten verkauft.

Laut diesem Bericht sind es Founda­tions.

Bar chart of facial cosmetics dollar sales in the U.S. in 2023. Foundation leads with $837.4M, followed by concealer and body accessory.

Diese Infor­mation allein sagt dir jedoch nicht viel darüber, ob es eine gute oder schlechte Idee ist, Founda­tions zu verkaufen. Du müsstest unter­suchen, wie sich der Verkauf von Founda­tions im Laufe der Zeit entwi­ckelt hat, wie hoch ihr Anteil am Gesamt­markt ist, ob sie norma­ler­weise in Kombi­nation mit anderen Produkten verkauft werden und so weiter.

Es ist auch wichtig, Statis­tiken richtig zu lesen.

  • Zeigt das Diagramm Umsatz oder Einheiten?
  • Sind es Gesamt­ein­nahmen, Einzel­handel oder Online?
  • Wie werden bestimmte Produkte katego­ri­siert?
  • Wie wurden diese Daten erhoben?

Spezi­fi­scher Produkte identi­fi­zieren

Nachdem du deine Recherchen auf einer sehr hohen Ebene abgeschlossen hast, solltest du spezi­fische Produkte in Betracht ziehen. Dies beein­flusst auch die Wahl des Kosme­tik­her­stellers, mit dem du zusam­men­ar­beiten möchtest (da nicht jeder Kosme­tik­her­steller alles herstellt).

Gehen wir ein Beispiel durch.

Angenommen, du hast kürzlich einen Trend auf TikTok bemerkt: Immer mehr Männer inter­es­sieren sich für Pflege­pro­dukte. Daher denkst du, dass das eine inter­es­sante Kategorie sein könnte.

Vielleicht möchtest du dein Geschäft in deinem Heimat­markt – zum Beispiel Deutschland – starten und dann auf andere europäische Länder ausweiten. In diesem Fall solltest du spezi­fische Daten über die Nutzung von Kosme­tik­pro­dukten durch Männer in Deutschland betrachten.

Bar chart showing the frequency of skin cream use among men in Germany from 2018 to 2021 per Statista, in millions.

Die Anzahl der Männer, die täglich Hautpfle­ge­pro­dukte verwenden, scheint stabil zu sein, aber du musst die Entwicklung über einen längeren Zeitraum betrachten.

Auch die neuesten Trends sind mögli­cher­weise noch nicht erfasst, sodass du keine Rückschlüsse auf zukünftige Trends ziehen kannst – daher solltest du alle Berichte mit Vorsicht betrachten.

Finde deine Nische

Überlege dir zuerst, ob der Markt, in dem du deine Produkte verkaufen möchtest, eher ein Massen­markt oder Nischen­markt sein soll.

Massen­märkte sind wettbe­werbs­in­ten­siver und zielen auf niedrigere Verkaufs­preise ab, generieren jedoch den größten Teil des Umsatzes einer Branche.

In ihnen ist es schwie­riger zu konkur­rieren und erfolg­reich zu sein. Du stehst im direkten Wettbewerb mit Marken wie Loreal, Nivea, Essence und Co..

Du musst viel mehr in Marketing inves­tieren, um neue Kunden zu gewinnen und zu halten, hast aber auch ein hohes Umsatz­po­tenzial.

In kleineren Märkten müssen deine Produkte eine bestimmte Nische ansprechen. Die Nachfrage wird nicht so hoch sein, aber du kannst den Markt mit einem niedri­geren Budget und effek­ti­veren Marke­ting­be­mü­hungen erschließen.

Wenn dein Budget eher klein ist, könnte es eine gute Strategie sein, in einer sehr spezi­fi­schen Nische zu starten und dein Sortiment zu erweitern, sobald du etwas Erfolg hast.

Schritt 2

2. Analy­siere deine Konkurrent

Personenzeigen, Trophäe, Make-up-Artikel, Text „Analysiere deine Konkurrenz“ und „Dein Logo“.

Sobald du den Kosme­tik­markt gut genug verstehst, ist es an der Zeit, deine Konkurrenz zu analy­sieren.

Das mag offen­sichtlich klingen, aber es ist wichtig zu verstehen, gegen wen du konkur­rierst. Das geht auf das Verständnis des Marktes zurück, in dem du dich befindest.

Identi­fi­zierung von Konkur­renten

Angenommen, du möchtest eine Serie von Lippenölen auf den Markt bringen.

Du hast Markt­for­schung betrieben und verstanden, dass es eine stark wachsende Produkt­ka­te­gorie ist.

Als Nächstes möchtest du sehen, welche ähnlichen Produkte auf deinem Zielmarkt verkauft werden.

Welche Unter­nehmen sind da draußen, gegen die du konkur­rierst?

Diese Recherche kannst du online oder offline durch­führen. Einige Produkte werden heraus­stechen, weil sie bei großen Einzel­händlern gelistet sind andere, weil sie bei Google oder Amazon gut ranken.

Aber höre hier nicht auf; du musst mögli­cher­weise tiefer graben, um Marken zu finden, die noch vergleichs­weise klein, aber schnell wachsend sind.

Wähle eine Nische

Deine Lippen­pro­dukte könnten einen spezi­ellen Inhalts­stoff haben, der sie einzig­artig macht.

Vielleicht sind sie “plumping” – das setzt sie in eine Unter­ka­te­gorie. Oder du zielst auf eine bestimmte demogra­fische Gruppe ab.

Das grenzt die Produkte ein, gegen die du direkt konkur­rierst.

Analyse deiner Konkur­renten

Nun, da du weißt, wer deine Konkur­renten sind, lass uns in ihre Positio­nierung eintauchen.

Welche Dinge solltest du überprüfen?

Zuerst solltest du dir ihre Produkt­an­gebote ansehen.

  • Welche Optionen haben sie?
  • Welche Preise rufen sie ab? 
  • Wie unter­scheiden sie sich durch spezi­fische Produk­tei­gen­schaften?

Du solltest auch ihre Präsenz in Social Media, Marke­ting­kam­pagnen und sämtlichen Partner­schaften analy­sieren. Das gibt dir einen Einblick, wie sie ihre Zielgruppe erreichen und mit ihr inter­agieren.

Versuche, ihre Vertriebs­kanäle zu unter­suchen.

Verkaufen sie online, in Boutiquen oder in großen Einzel­han­dels­ketten? Das kann dir viel über ihre Zielgruppen verraten.

Du kannst auch von den Fehlern deiner Konkur­renten profi­tieren. Achte auf wieder­keh­rende Kommentare darüber, was ihre Kunden kriti­sieren.

Wenn viele Bewer­tungen für ein Lippenöl eines Konkur­renten sich über den Geschmack oder das Gefühl beschweren, sind das Bereiche, in denen du dich diffe­ren­zieren und verbessern könntest.

Verständnis über die Unter­neh­mens­größe und ‑struktur von Konkur­renten

Letzt­endlich möchtest du eine Vorstellung von der Größe des Unter­nehmens deiner Konkur­renten bekommen.

Es ist sehr schwer, mit einem Produkt zu konkur­rieren, das sich bereits in einer bestimmten Kategorie sehr gut verkauft.

Je mehr Umsatz dein Konkurrent generiert, desto schwerer ist es, zu konkur­rieren.

Bei Online-Shops kannst du die Größe des generierten Umsatzes mit Tools schätzen, die den Webtraffic analy­sieren. Noch einfacher ist es, wenn das Unter­nehmen aufgrund ihrer Gesell­schaftsform Finanz­be­richte veröf­fent­lichen muss. Diese sind online & öffentlich zugänglich.

Das verrät dir die Größe des Unter­nehmens, aber nicht unbedingt, wie gut sich ein bestimmtes Produkt verkauft. In jedem Fall ist es wichtig zu wissen, gegen wen du antrittst.

Lass dich nicht entmu­tigen, wenn es bestehende Unter­nehmen im selben Bereich gibt.

Es wird sie mit Sicherheit geben.

Das bedeutet nur, dass du noch kreativer bei der Marken­ent­wicklung, dem Marketing sein oder dein Produkt noch stärker diffe­ren­zieren musst, um dich abzuheben.

Sei aber unbedingt realis­tisch in Bezug auf deine Erfolgs­chancen.

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Schritt 3

3. Definiere deine Zielgruppe und Käufer­persona

Eine Person mit verschränkten Armen, eine Zielscheibe mit Pfeil und ein Profilblatt mit Icons und einem männlichen Avatar. Text: „Definiere deine Zielgruppe“.

Nun, da wir ein klares Verständnis des Marktes und unserer Konkur­renten haben, ist es an der Zeit genau zu definieren, an wen wir verkaufen.

Hier erstellen wir ein detail­liertes Bild unserer Zielgruppe und entwi­ckeln spezi­fische Käufer­per­sonas.

Diese Personas sind unsere idealen imagi­nären Kunden und leiten jede Entscheidung, die wir treffen, von der Produkt­ent­wicklung bis zu Marke­ting­stra­tegien.

Identi­fi­zierung der breiteren Zielgruppe

Zuerst beginnen wir mit der Identi­fi­zierung der breiteren Zielgruppe für deine Produkte.

Denke über die demogra­fi­schen Merkmale nach, wie

  • Alter
  • Geschlecht
  • Einkom­mens­niveau
  • geogra­fische Lage

Angenommen du planst, eine Feuch­tig­keits­creme auf den Markt zu bringen. Du könntest auf Frauen mittleren Alters abzielen, die ihre Gesundheit und das Erschei­nungsbild ihrer Haut verbessern möchten. Diese schätzen vermutlich Produkte aus natür­lichen Inhalts­stoffen.

Eintauchen in die psycho­gra­fische Segmen­tierung

Als Nächstes tauchen wir in die psycho­gra­fi­schen Merkmale ein – dazu gehören Lebensstil, Werte und Einstel­lungen.

Legt deine Zielgruppe Wert auf Umwelt­freund­lichkeit? Werden sie von Hautpfle­ge­ex­perten beein­flusst, oder bevor­zugen sie Erfah­rungs­be­richte von echten Nutzern?

Das Verständnis dieser Aspekte hilft dir, dich auf einer tieferen Ebene mit ihnen zu verbinden.

Erstellung einer Käufer­persona

Nun, lass uns eine Käufer­persona erstellen.

Dies ist eine fiktive Person, die die Merkmale deines idealen Kunden verkörpert.

Angenommen, unsere Persona heißt „Sophia“.

Sophia ist eine 42-jährige Führungs­kraft, die in einem Vorort lebt.

Sie folgt Hautpfle­ge­blogs, bevorzugt Produkte, die derma­to­lo­gisch getestet und sicher für empfind­liche Haut sind, und ist bereit, in hochwertige Hautpfle­ge­pro­dukte zu inves­tieren, die langfristige Vorteile versprechen.

Sammeln echter Daten

Um diese Personas wirklich nützlich zu machen, sammle echte Daten durch Umfragen, Inter­views und Social Media. Frage poten­zielle Kunden nach ihren Hautpfle­ge­rou­tinen, ihren Lieblings­pro­dukten und was ihrer Meinung nach auf dem Markt fehlt.

Je mehr Details du sammelst, desto besser verstehst du ihre Bedürf­nisse und Vorlieben.

Mit einer gut definierten Käufer­persona kannst du deine Produkt­ent­wicklung, Verpa­ckung und Marke­ting­bot­schaften an die Bedürf­nisse und Erwar­tungen deiner Zielgruppe anpassen.

Denke daran, das Ziel ist es, wie dein Kunde zu denken.

So stellst du sicher, dass deine Produkte den Vorlieben und Erwar­tungen deiner Zielgruppe gerecht werden.

Schritt 4

Schritt 4: Plane deine Finanzen

Cartoon-Mann mit einer Gedankenblase mit Finanzsymbolen, darunter ein Sparschwein, ein Taschenrechner, eine Bank und Geld. Der Text lautet „Plane deine Finanzen.

Okay, lass uns in einen der wichtigsten Aspekte der Gründung deines Kosme­tik­un­ter­nehmens eintauchen: die Finanz­planung.

Du kannst ein großar­tiges Produkt haben, aber deine Finanzen müssen stimmen, um ein nachhal­tiges Geschäft aufzu­bauen.

Zuerst schauen wir uns an, welche Kosten wir überhaupt berück­sich­tigen müssen, bevor wir mit der Preis­ge­staltung und der Verwaltung unseres Cashflows weiter­machen.

Ermittlung der Start­kosten

Zuerst müssen wir über die Start­kosten sprechen.

Das sind alle Ausgaben die anfallen, um dein Business zu starten.

Dazu gehören:

  • Die Regis­trierung deines Unter­nehmens
  • Der Aufbau deines ersten Lager­be­stands
  • Die Einrichtung deiner Infra­struktur
  • Und so weiter

Erstelle eine Liste von allem, wofür du Geld ausgeben musst, bevor du deinen ersten Verkauf machst.

Verstehe deine Betriebs­kosten

Als Nächstes betrachten wir die Betriebs­kosten.

Das sind alle regel­mäßig anfal­lende Kosten,um dein Geschäft zu führen. Denk an laufende Kosten wie Büromiete, Gehälter, Versor­gungs­leis­tungen, Marke­ting­maß­nahmen und so weiter.

Je nach deinem Vertriebs­kanal können unter­schied­liche Kosten anfallen. Wenn du z.B. direkt online an Konsu­menten verkaufst (B2C), entstehen Logis­tik­kosten.

Entweder du versendest die Produkte selbst oder du beauf­tragst einen Logistik- bzw. Fulfill­ment­dienst­leister damit. In jedem Fall entstehen Kosten, die du berück­sich­tigen musst.

Wenn du deine Produkte bei Sephora verkaufst, musst du einen Teil deiner Marge an sie abgeben. Das ist in der Regel weit mehr, als du für die Logis­tik­kosten zahlst.

Aber in beiden Fällen müssen diese Betriebs­kosten in deine Kalku­lation einfließen.

Preis­ge­staltung für dein Produkt

Damit kommen wir zur Preis­ge­staltung für dein Produkt.

Angenommen, du verkaufst eine Linie von Augen­pro­dukten wie Mascara.

Du hast Markt­for­schung betrieben, deine Konkur­renten analy­siert und deine erste Charge Produkte bestellt.

Wie viel solltest du für deine Mascara verlangen?

Berechnung der Gesamt­kosten pro Einheit

Angenommen, du kaufst eine Mascara für $2.80 pro Stück bei deinem Hersteller und verkaufst sie direkt an Verbraucher online.

Basierend auf deiner Markt­for­schung und Umfragen möchtest du sie für $13.95 verkaufen.

Ist das ein vernünf­tiger Preis, um dein Geschäft zu starten?

Berechnung des Brutto­ge­winns

$2.80 sind deine Herstell­kosten.

Dazu kommen die Logis­tik­kosten für den Versand. Abhängig von der Größe deiner Bestel­lungen können wir annehmen, dass es etwa 10%, also $0.28 pro Einheit kostet. Das umfasst Versand- und Materi­al­kosten.

Wenn du deine Mascara für $13.95 verkaufst, bleibt nach Abzug der Herstell- und Logis­tik­kosten $10.87 übrig.

Das ist dein Brutto­gewinn. Es ist das, was übrig bleibt, nachdem du die Kosten, die direkt mit dem Verkauf deiner Mascara verbunden sind, abgezogen hast.

“Overhead” bzw. Gemein­kosten verstehen

Als Nächstes musst du verstehen, wie viel du für Marketing, Personal und andere Verwal­tungs­kosten wie Miete zahlen musst.

Im Geschäfts­leben nennt man das Gemein­kosten. Das sind alle Kosten, die nicht direkt mit der Produktion und dem Versand der Mascara zusam­men­hängen.

Um das auf einer Einheit zu berechnen, musst du die Gesamt­kosten durch die Anzahl der verkauften Einheiten teilen.

Berechnung des Betriebs­er­geb­nisses

Zur Verein­fa­chung nehmen wir an, du verkaufst nur Mascara – 2000 Einheiten pro Monat. Jeden Monat hast du $10.000 Perso­nal­kosten, $2.000 für Bürofläche und $500 für Software.

Das ergibt $12.500 pro Monat, geteilt durch 2000 verkaufte Mascaras. Das sind $6.25 pro verkaufte Einheit.

Das lässt $4.62 von jeder verkauften Mascara übrig. Das ist dein Betriebs­er­gebnis, was eine Betriebs­marge von 33% ergibt.

Schließlich musst du Steuern und Kredit­raten abziehen, falls vorhanden. So erhältst du deinen Netto­gewinn, welcher dein Endergebnis ist.

Also klingt $13.95 tatsächlich nach einem vernünf­tigen Verkaufs­preis.

In der Praxis ist diese Berechnung etwas komplexer, aber im Prinzip solltest du so die Wirtschaft­lichkeit deines Geschäfts berechnen. 

Prognose der Verkäufe

Beachte, dass wenn dein Kosme­tik­un­ter­nehmen ausrei­chend finan­ziert ist, musst du mögli­cher­weise nicht von Anfang an Gewinne erzielen.

Aber solltest in jedem Fall einen gründ­lichen Plan haben, wie du in Zukunft mit den von dir festge­legten Verkaufs­preisen Gewinne erzielen kannst.

Zuletzt solltest du in der Lage sein, deine Verkäufe zu prognos­ti­zieren. Es ist wichtig zu schätzen, wie viele Einheiten du verkaufen wirst, auch wenn das eine große Heraus­for­derung mit viel Unsicher­heiten ist.

Beginne konser­vativ: Es ist besser, positiv überrascht zu werden als enttäuscht.

Schritt 5

5. Wähle die richtigen Vertriebs­kanäle

Abbildung, die drei Vertriebskanäle zeigt: Einzelhandelsgeschäft, E-Commerce auf einem Smartphone und Großhandel. Text auf Deutsch.

Alles klar, lass uns nun darüber sprechen, wie du deine Produkte an den Mann/die Frau bringt.

Jeder Vertriebs­kanal hat seine eigenen Vor- und Nachteile, also gehen wir sie einzeln durch.

Direkt­ver­trieb bzw. Direct to Consumer (D2C)

Zuerst der Direkt­ver­trieb, auch bekannt als Direct to Consumer (D2C).

Das bedeutet, dass du direkt über deinen E‑Com­merce-Shop verkaufst.

Du hast die volle Kontrolle.

Du bestimmst die Marke, den Preis und das Kunden­er­lebnis von Anfang bis Ende. Außerdem kannst du viele Kunden­daten sammeln, die du zur Optimierung deines Marke­tings oder Produkts nutzen kannst.

Der Nachteil ist, dass es allein an dir liegt, Kunden auf deine Website zu bringen und alles von der Bestellung bis zur Rücksendung zu managen.

Einzel­handel

Als nächstes sprechen wir über den Einzel­han­dels­ver­trieb.

Denke an physische Geschäfte – große Ketten wie Douglas oder kleine Boutiquen.

Der Vorteil: Auf Regalen zu stehen, kann deiner Marke sofortige Glaub­wür­digkeit und Sicht­barkeit verleihen. Kunden vertrauen einem Produkt oft mehr, wenn sie es in die Hand nehmen und anschauen können.

Außerdem könnten deine Verkaufs­zahlen sehr schnell stark ansteigen, wenn du im Einzel­handel landest.

Der Haken dabei ist: Einzel­händler nehmen einen Teil deines Umsatzes, und meist ist dieser ziemlich hoch.

Auch kann schnell ein ungesundes Abhän­gig­keits­ver­hältnis entstehen, wodurch der Einzel­händler eine große Verhand­lungs­macht über seine Einkaufs­preise deiner Produkte entwi­ckelt. Dies sind sich die meisten Einzel­händler durchaus bewusst und nutzen es für ihren Vorteil.

Großhandel

Weiter geht’s mit dem Großhandel.

Das bedeutet, dass du deine Produkte in großen Mengen an andere Unter­nehmen verkaufst – wie Online-Shops, Spas oder Salons.

Das ist ein sehr attrak­tiver Vertriebs­kanal, da du es mit weniger, aber wesentlich größeren Bestel­lungen zu tun hast. So kann z.B. ein Spabe­trieb locker 1000 Stück deines Produkts mit nur einer einzigen Bestellung abnehmen.

Aller­dings sinkt dein Gewinn pro Stück, und du hast weniger Kontrolle darüber, wie deine Produkte präsentiert/verkauft werden, sobald sie deine Hände verlassen haben.

Online Markt­plätze

Schließlich gibt es noch den Verkauf über Online-Markt­plätze wie Amazon oder eBay.

Diese Platt­formen können deine Reich­weite über Nacht explo­dieren lassen, da sie eine Bühne für dein Produkt vor Millionen an Nutzern bieten. Sie übernehmen optional auch einen Teil des Kunden­ser­vices und der Logistik für dich.

Aber es ist ein überfüllter Markt, und sich abzuheben kann schwierig sein – ganz zu schweigen von den Gebühren und dem Anteil, den sie nehmen. Außerdem kannst du nicht das persön­liche Marken­er­lebnis bieten, das du vielleicht möchtest.

Die Wahl der richtigen Kanäle hängt davon ab, dein Publikum zu verstehen, deine Geschäfts­ka­pa­zi­täten zu kennen und zu entscheiden, wie invol­viert du beim Verkauf sein möchtest.

Mein Tipp ist es, vorerst mit nur einem Kanal zu beginnen und zu beobachten, wie es läuft. So kannst du dich voll und ganz auf diesen Kanal fokus­sieren. Später kannst du jederzeit neue Vertriebs­kanäle testen, um dein bestehendes Geschäft auszu­bauen.

Beispiel

Fallstudie: E.L.F. Beauty

Abbildung einer Frau, die eine Fallstudie zu ELF Beauty mit einer Lupe über einem Bericht und dem ELF-Logo präsentiert.

Lass uns nun eine Fallstudie analy­sieren, um das Gelernte zu in der Praxis anzuwenden.

E.L.F. Beauty ist ein inter­na­tio­nales Unter­nehmen, das hochwertige, erschwing­liche Makeup- und Hautpfle­ge­pro­dukte anbietet. Sie sind seit 2016 börsen­no­tiert und müssen daher ihre Quartals­er­geb­nisse berichten.

Schauen wir uns ihre Finanzen an und sehen, wie dies dir helfen kann, ein tieferes Verständnis für dein eigenes Geschäft zu bekommen.

Übersicht der Gewinn- und Verlust­rechnung

Werfen wir einen Blick auf ihre Gewinn- und Verlust­rechnung für ein Quartal.

Ihr Netto­umsatz – das ist der Gesamt­erlös – beträgt 270 Millionen Dollar. Das ist eine Steigerung von 85 % im Vergleich zum Vorjahr.

Vergleiche werden oft mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres angestellt, insbe­sondere bei Unter­nehmen, die von Saiso­na­li­täten betroffen sind.

E.L.F. verkauft seine Produkte direkt an Verbraucher, über den Einzel­handel und andere Online-Markt­plätze. So sind sie sehr breit aufge­stellt und haben jede Menge Wachs­tums­mög­lich­keiten.

Wenn du gerade erst anfängst, mach dir keine Sorgen darüber, nur einen Vertriebs­kanal zu haben. Das ist ganz normal und kann, wie bereits erwähnt, strate­gisch sehr sinnvoll sein.

100+ Vorge­fer­tigte Formu­lie­rungen

Woman with blonde hair sitting on a white chair in a bright room with plants and a dreamcatcher in the background.
A man with short dark hair and a beard looks at the camera, standing outside with green foliage in the background.
A young woman with long red hair and green eyes, looking at the camera with a neutral expression.
A person with dark hair in a bun and a beard, wearing a light denim jacket, stands outdoors with a neutral expression.
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Brutto­gewinn und ‑marge

Als nächstes prüfen wir, wie viel bei E.L.F. nach dem Abzug aller direkt mit dem Verkauf in Verbindung stehenden Kosten übrig bleibt. Das wird als „Brutto­gewinn“ bezeichnet.

E.L.F. hat es geschafft, ihre „Brutto­marge“ auf 71 % zu verbessern. Ihr Brutto­gewinn beträgt insgesamt 78 Millionen Dollar.

Das ist das, was übrig bleibt, um alle anderen Ausgaben des Unter­nehmens zu bezahlen. 

E.L.F. hat ihren Brutto­gewinn verbessert, indem sie ihre Verkaufs­kosten gesenkt haben.

Der Netto­umsatz stieg, aber die Kosten stiegen nicht im gleichen Maße. Sie geben an, dass dies auf Wechsel­kurs­ef­fekte, verbes­serte Trans­port­kosten und andere Kosten­ein­spa­rungen zurück­zu­führen ist.

Auch du solltest eine gesunde Brutto­marge haben, aber bedenke, dass sie sich im Laufe der Zeit verbessern kann; sie muss nicht perfekt sein, wenn du deine Marke startest.

Besonders bei niedrigen Bestell­mengen.

Mit der Zeit wirst du in der Lage sein, deinen Brutto­gewinn durch bessere Einkaufs­preise bei höheren Stück­mengen deutlich zu verbessern.

Betriebs­aus­gaben

E.L.F.‘s Brutto­gewinn beträgt 191 Millionen Dollar. Sie müssen jedoch ihre Mitar­beiter bezahlen, Miete zahlen, Geld für Werbung ausgeben und andere Fixkosten decken.

Das wird als Vertriebs­ge­mein­kosten oder selling, general, and adminis­trative expenses (SG&A) bezeichnet. Diese betragen 160 Millionen Dollar. Das ist eine Menge Geld, fast 60 % ihrer Einnahmen.

Wie du siehst, fallen deutlich mehr Kosten an, als die für die Herstellung deiner Kosme­tik­pro­dukte.

E.L.F. gibt an, dass dies auf eine Erhöhung der Marke­ting­aus­gaben, Mitar­bei­ter­ver­gü­tungen, visuelle Merchan­dising und andere Kosten wie die Bezahlung von Beratern zurück­zu­führen ist.

Diese Ausgaben werden zu Beginn deines Kosme­tik­un­ter­nehmens nicht annähernd so hoch sein. Aber es ist wichtig zu bedenken, dass sie einen großen Teil deiner Gesamt­kosten ausmachen können.

Besonders Marke­ting­aus­gaben können einen großen Anteil an deinen Betriebs­aus­gaben haben, wenn du deine Marke wachsen lassen willst.

Betriebs­ein­kommen und Netto­gewinn

Nun, was übrig bleibt, ist das sogenannte „Betriebs­ein­kommen“.

Für E.L.F. im dritten Quartal 2023 sind das 31 Millionen Dollar. Das ist gar nicht schlecht. Nun müssen nur noch Zinsen – falls dein Unter­nehmen welche hat – und Steuern gezahlt werden.

Wenn du Maschinen besitzt, ist es wichtig zu bedenken, dass sie mit der Zeit an Wert verlieren. Aber das ist ein unwahr­schein­liches Szenario für die meisten Kosmetik-Startups, daher werden wir dieses überspringen.

Ihr endgül­tiger Netto­gewinn beträgt 26 Millionen Dollar.

Das ist das Geld, das am Ende jedes Zeitraums übrig bleibt, das du verwenden kannst, um in dein Geschäft zu reinves­tieren, Marketing zu betreiben oder zusätz­liche Mitar­beiter einzu­stellen.

Gelerntes und Erkennt­nisse

E.L.F. scheint ein gut etabliertes, wachsendes und profi­tables Unter­nehmen zu sein. Sie nutzen verschiedene Vertriebs­kanäle, um ein breites Publikum zu erreichen.

Sie haben gute Brutto­margen, freien Cashflow für Inves­ti­tionen in Marketing und wachsende Netto­ge­winne.

Aber sie waren nicht immer profi­tabel, tatsächlich haben sie eine lange Zeit Verluste gemacht.

Was kannst du daraus mitnehmen?

Du musst verstehen, wie du deine Geschäfts­zahlen planst.

Du musst nicht von Tag eins an Geld verdienen.

Deine Marge muss nicht von Anfang an perfekt sein, aber du musst einen Plan haben, wie du ein nachhal­tiges Kosme­tik­un­ter­nehmen aufbaust, das schließlich Gewinne generiert.