In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du brauchst, um eine erfolgreiche Kosmetikmarke zu gründen.
Wir helfen dir einen detaillierten Plan zu entwickeln, mit dessen Hilfe du nach dem Launch deiner Kosmetiklinie richtig durchstaten kannst.
Vielleicht möchtest du Geld von Investoren oder von Familie und Freunden für dein Vorhaben sammeln. In diesem Fall ist ein Plan nicht nur für dich selbst entscheidend.
Siehe diesen Artikel als ein Fahrplan zum Erfolg.
Betrachte deinen Businessplan als deinen Fahrplan. Er skizziert deine Reise, hält dich auf Kurs und hilft dir, Hindernisse auf dem Weg zu vermeiden.
Was du in diesem Artikel lernen wirst
Zuerst musst du den Markt verstehen.
Wir schauen uns an, wie man Trends erkennt und was deine Konkurrenten so treiben. So findest du deine eigene Nische in der Kosmetikbranche.
Als Nächstes sprechen wir darüber, wie du deine Zielgruppe und Käuferpersona definierst. Es geht darum herauszufinden, wer deine Produkte kaufen wird und was diese Menschen bewegt.
Dann wählen wir die richtige Produktkategorie aus. Du lernst, wie du den Bereich findest, der am besten zu dir passt.
Natürlich dürfen wir den finanziellen Teil nicht vergessen, daher gehen wir auch auf Finanzmodellierung ein. Die Budgetplanung und das Verständnis deiner Zahlen sind entscheidend.
Schließlich geht es darum, dein Produkt mit Marketing- und Vertriebskanälen bekannt zu machen. Wir entwickeln Strategien, damit deine Produkte den Weg zu deinen Kunden finden.
Abschließend schauen wir uns eine Fallstudie an, bei der wir analysieren, was bei einer erfolgreichen Marke funktioniert hat. So veranschaulichen wir die besprochenen Konzepte noch einmal.
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1. Verstehe den Kosmetikmarkt
Ein grundlegendes Verständnis über den Kosmetikmarkt ist für Neueinsteiger essenziell.
Vielleicht kennst du schon die aktuellen Trends und hast ein Gespür dafür, was sich aus Verbrauchersicht gut verkauft – das ist ein guter Ausgangspunkt.
Aber wir müssen tiefer eintauchen.
Tiefgehende Recherche durchführen
Du könntest etwa Beauty-Magazine gründlich lesen, Beauty-Blogs verfolgen und Branchenberichte sowie Leitfäden für Fachleute durchforsten.
Dabei erhältst du nicht nur Einblicke in die Produkt-Spezifikationen, sondern auch in die geschäftliche Seite.
Deine Produkte können noch so gut sein, aber du musst verstehen, wie Kosmetikunternehmen operieren und die Marketing- sowie Vertriebskanäle kennenlernen.
Analysieren von Branchendaten
Du solltest auch Statistiken, Berichte, Branchenstudien und Umfrageergebnisse von Verbrauchern untersuchen.
Vielleicht hast du bereits ein Produkt im Kopf, das du verkaufen möchtest. Versuche aber, beim Analysieren des Marktes offen zu bleiben.
Es ist wichtig zu verstehen, WAS du verkaufen möchtest, WO du es verkaufen willst und an WEN.
Angenommen, du erkundest den Verkauf von Makeup-Produkten in den USA und möchtest wissen, was sich am meisten verkauft.
Laut diesem Bericht sind es Foundations.
Diese Information allein sagt dir jedoch nicht viel darüber, ob es eine gute oder schlechte Idee ist, Foundations zu verkaufen. Du müsstest untersuchen, wie sich der Verkauf von Foundations im Laufe der Zeit entwickelt hat, wie hoch ihr Anteil am Gesamtmarkt ist, ob sie normalerweise in Kombination mit anderen Produkten verkauft werden und so weiter.
Es ist auch wichtig, Statistiken richtig zu lesen.
- Zeigt das Diagramm Umsatz oder Einheiten?
- Sind es Gesamteinnahmen, Einzelhandel oder Online?
- Wie werden bestimmte Produkte kategorisiert?
- Wie wurden diese Daten erhoben?
Spezifischer Produkte identifizieren
Nachdem du deine Recherchen auf einer sehr hohen Ebene abgeschlossen hast, solltest du spezifische Produkte in Betracht ziehen. Dies beeinflusst auch die Wahl des Kosmetikherstellers, mit dem du zusammenarbeiten möchtest (da nicht jeder Kosmetikhersteller alles herstellt).
Gehen wir ein Beispiel durch.
Angenommen, du hast kürzlich einen Trend auf TikTok bemerkt: Immer mehr Männer interessieren sich für Pflegeprodukte. Daher denkst du, dass das eine interessante Kategorie sein könnte.
Vielleicht möchtest du dein Geschäft in deinem Heimatmarkt – zum Beispiel Deutschland – starten und dann auf andere europäische Länder ausweiten. In diesem Fall solltest du spezifische Daten über die Nutzung von Kosmetikprodukten durch Männer in Deutschland betrachten.
Die Anzahl der Männer, die täglich Hautpflegeprodukte verwenden, scheint stabil zu sein, aber du musst die Entwicklung über einen längeren Zeitraum betrachten.
Auch die neuesten Trends sind möglicherweise noch nicht erfasst, sodass du keine Rückschlüsse auf zukünftige Trends ziehen kannst – daher solltest du alle Berichte mit Vorsicht betrachten.
Finde deine Nische
Überlege dir zuerst, ob der Markt, in dem du deine Produkte verkaufen möchtest, eher ein Massenmarkt oder Nischenmarkt sein soll.
Massenmärkte sind wettbewerbsintensiver und zielen auf niedrigere Verkaufspreise ab, generieren jedoch den größten Teil des Umsatzes einer Branche.
In ihnen ist es schwieriger zu konkurrieren und erfolgreich zu sein. Du stehst im direkten Wettbewerb mit Marken wie Loreal, Nivea, Essence und Co..
Du musst viel mehr in Marketing investieren, um neue Kunden zu gewinnen und zu halten, hast aber auch ein hohes Umsatzpotenzial.
In kleineren Märkten müssen deine Produkte eine bestimmte Nische ansprechen. Die Nachfrage wird nicht so hoch sein, aber du kannst den Markt mit einem niedrigeren Budget und effektiveren Marketingbemühungen erschließen.
Wenn dein Budget eher klein ist, könnte es eine gute Strategie sein, in einer sehr spezifischen Nische zu starten und dein Sortiment zu erweitern, sobald du etwas Erfolg hast.
2. Analysiere deine Konkurrent
Sobald du den Kosmetikmarkt gut genug verstehst, ist es an der Zeit, deine Konkurrenz zu analysieren.
Das mag offensichtlich klingen, aber es ist wichtig zu verstehen, gegen wen du konkurrierst. Das geht auf das Verständnis des Marktes zurück, in dem du dich befindest.
Identifizierung von Konkurrenten
Angenommen, du möchtest eine Serie von Lippenölen auf den Markt bringen.
Du hast Marktforschung betrieben und verstanden, dass es eine stark wachsende Produktkategorie ist.
Als Nächstes möchtest du sehen, welche ähnlichen Produkte auf deinem Zielmarkt verkauft werden.
Welche Unternehmen sind da draußen, gegen die du konkurrierst?
Diese Recherche kannst du online oder offline durchführen. Einige Produkte werden herausstechen, weil sie bei großen Einzelhändlern gelistet sind andere, weil sie bei Google oder Amazon gut ranken.
Aber höre hier nicht auf; du musst möglicherweise tiefer graben, um Marken zu finden, die noch vergleichsweise klein, aber schnell wachsend sind.
Wähle eine Nische
Deine Lippenprodukte könnten einen speziellen Inhaltsstoff haben, der sie einzigartig macht.
Vielleicht sind sie “plumping” – das setzt sie in eine Unterkategorie. Oder du zielst auf eine bestimmte demografische Gruppe ab.
Das grenzt die Produkte ein, gegen die du direkt konkurrierst.
Analyse deiner Konkurrenten
Nun, da du weißt, wer deine Konkurrenten sind, lass uns in ihre Positionierung eintauchen.
Welche Dinge solltest du überprüfen?
Zuerst solltest du dir ihre Produktangebote ansehen.
- Welche Optionen haben sie?
- Welche Preise rufen sie ab?
- Wie unterscheiden sie sich durch spezifische Produkteigenschaften?
Du solltest auch ihre Präsenz in Social Media, Marketingkampagnen und sämtlichen Partnerschaften analysieren. Das gibt dir einen Einblick, wie sie ihre Zielgruppe erreichen und mit ihr interagieren.
Versuche, ihre Vertriebskanäle zu untersuchen.
Verkaufen sie online, in Boutiquen oder in großen Einzelhandelsketten? Das kann dir viel über ihre Zielgruppen verraten.
Du kannst auch von den Fehlern deiner Konkurrenten profitieren. Achte auf wiederkehrende Kommentare darüber, was ihre Kunden kritisieren.
Wenn viele Bewertungen für ein Lippenöl eines Konkurrenten sich über den Geschmack oder das Gefühl beschweren, sind das Bereiche, in denen du dich differenzieren und verbessern könntest.
Verständnis über die Unternehmensgröße und ‑struktur von Konkurrenten
Letztendlich möchtest du eine Vorstellung von der Größe des Unternehmens deiner Konkurrenten bekommen.
Es ist sehr schwer, mit einem Produkt zu konkurrieren, das sich bereits in einer bestimmten Kategorie sehr gut verkauft.
Je mehr Umsatz dein Konkurrent generiert, desto schwerer ist es, zu konkurrieren.
Bei Online-Shops kannst du die Größe des generierten Umsatzes mit Tools schätzen, die den Webtraffic analysieren. Noch einfacher ist es, wenn das Unternehmen aufgrund ihrer Gesellschaftsform Finanzberichte veröffentlichen muss. Diese sind online & öffentlich zugänglich.
Das verrät dir die Größe des Unternehmens, aber nicht unbedingt, wie gut sich ein bestimmtes Produkt verkauft. In jedem Fall ist es wichtig zu wissen, gegen wen du antrittst.
Lass dich nicht entmutigen, wenn es bestehende Unternehmen im selben Bereich gibt.
Es wird sie mit Sicherheit geben.
Das bedeutet nur, dass du noch kreativer bei der Markenentwicklung, dem Marketing sein oder dein Produkt noch stärker differenzieren musst, um dich abzuheben.
Sei aber unbedingt realistisch in Bezug auf deine Erfolgschancen.
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3. Definiere deine Zielgruppe und Käuferpersona
Nun, da wir ein klares Verständnis des Marktes und unserer Konkurrenten haben, ist es an der Zeit genau zu definieren, an wen wir verkaufen.
Hier erstellen wir ein detailliertes Bild unserer Zielgruppe und entwickeln spezifische Käuferpersonas.
Diese Personas sind unsere idealen imaginären Kunden und leiten jede Entscheidung, die wir treffen, von der Produktentwicklung bis zu Marketingstrategien.
Identifizierung der breiteren Zielgruppe
Zuerst beginnen wir mit der Identifizierung der breiteren Zielgruppe für deine Produkte.
Denke über die demografischen Merkmale nach, wie
- Alter
- Geschlecht
- Einkommensniveau
- geografische Lage
Angenommen du planst, eine Feuchtigkeitscreme auf den Markt zu bringen. Du könntest auf Frauen mittleren Alters abzielen, die ihre Gesundheit und das Erscheinungsbild ihrer Haut verbessern möchten. Diese schätzen vermutlich Produkte aus natürlichen Inhaltsstoffen.
Eintauchen in die psychografische Segmentierung
Als Nächstes tauchen wir in die psychografischen Merkmale ein – dazu gehören Lebensstil, Werte und Einstellungen.
Legt deine Zielgruppe Wert auf Umweltfreundlichkeit? Werden sie von Hautpflegeexperten beeinflusst, oder bevorzugen sie Erfahrungsberichte von echten Nutzern?
Das Verständnis dieser Aspekte hilft dir, dich auf einer tieferen Ebene mit ihnen zu verbinden.
Erstellung einer Käuferpersona
Nun, lass uns eine Käuferpersona erstellen.
Dies ist eine fiktive Person, die die Merkmale deines idealen Kunden verkörpert.
Angenommen, unsere Persona heißt „Sophia“.
Sophia ist eine 42-jährige Führungskraft, die in einem Vorort lebt.
Sie folgt Hautpflegeblogs, bevorzugt Produkte, die dermatologisch getestet und sicher für empfindliche Haut sind, und ist bereit, in hochwertige Hautpflegeprodukte zu investieren, die langfristige Vorteile versprechen.
Sammeln echter Daten
Um diese Personas wirklich nützlich zu machen, sammle echte Daten durch Umfragen, Interviews und Social Media. Frage potenzielle Kunden nach ihren Hautpflegeroutinen, ihren Lieblingsprodukten und was ihrer Meinung nach auf dem Markt fehlt.
Je mehr Details du sammelst, desto besser verstehst du ihre Bedürfnisse und Vorlieben.
Mit einer gut definierten Käuferpersona kannst du deine Produktentwicklung, Verpackung und Marketingbotschaften an die Bedürfnisse und Erwartungen deiner Zielgruppe anpassen.
Denke daran, das Ziel ist es, wie dein Kunde zu denken.
So stellst du sicher, dass deine Produkte den Vorlieben und Erwartungen deiner Zielgruppe gerecht werden.
Schritt 4: Plane deine Finanzen
Okay, lass uns in einen der wichtigsten Aspekte der Gründung deines Kosmetikunternehmens eintauchen: die Finanzplanung.
Du kannst ein großartiges Produkt haben, aber deine Finanzen müssen stimmen, um ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen.
Zuerst schauen wir uns an, welche Kosten wir überhaupt berücksichtigen müssen, bevor wir mit der Preisgestaltung und der Verwaltung unseres Cashflows weitermachen.
Ermittlung der Startkosten
Zuerst müssen wir über die Startkosten sprechen.
Das sind alle Ausgaben die anfallen, um dein Business zu starten.
Dazu gehören:
- Die Registrierung deines Unternehmens
- Der Aufbau deines ersten Lagerbestands
- Die Einrichtung deiner Infrastruktur
- Und so weiter
Erstelle eine Liste von allem, wofür du Geld ausgeben musst, bevor du deinen ersten Verkauf machst.
Verstehe deine Betriebskosten
Als Nächstes betrachten wir die Betriebskosten.
Das sind alle regelmäßig anfallende Kosten,um dein Geschäft zu führen. Denk an laufende Kosten wie Büromiete, Gehälter, Versorgungsleistungen, Marketingmaßnahmen und so weiter.
Je nach deinem Vertriebskanal können unterschiedliche Kosten anfallen. Wenn du z.B. direkt online an Konsumenten verkaufst (B2C), entstehen Logistikkosten.
Entweder du versendest die Produkte selbst oder du beauftragst einen Logistik- bzw. Fulfillmentdienstleister damit. In jedem Fall entstehen Kosten, die du berücksichtigen musst.
Wenn du deine Produkte bei Sephora verkaufst, musst du einen Teil deiner Marge an sie abgeben. Das ist in der Regel weit mehr, als du für die Logistikkosten zahlst.
Aber in beiden Fällen müssen diese Betriebskosten in deine Kalkulation einfließen.
Preisgestaltung für dein Produkt
Damit kommen wir zur Preisgestaltung für dein Produkt.
Angenommen, du verkaufst eine Linie von Augenprodukten wie Mascara.
Du hast Marktforschung betrieben, deine Konkurrenten analysiert und deine erste Charge Produkte bestellt.
Wie viel solltest du für deine Mascara verlangen?
Berechnung der Gesamtkosten pro Einheit
Angenommen, du kaufst eine Mascara für $2.80 pro Stück bei deinem Hersteller und verkaufst sie direkt an Verbraucher online.
Basierend auf deiner Marktforschung und Umfragen möchtest du sie für $13.95 verkaufen.
Ist das ein vernünftiger Preis, um dein Geschäft zu starten?
Berechnung des Bruttogewinns
$2.80 sind deine Herstellkosten.
Dazu kommen die Logistikkosten für den Versand. Abhängig von der Größe deiner Bestellungen können wir annehmen, dass es etwa 10%, also $0.28 pro Einheit kostet. Das umfasst Versand- und Materialkosten.
Wenn du deine Mascara für $13.95 verkaufst, bleibt nach Abzug der Herstell- und Logistikkosten $10.87 übrig.
Das ist dein Bruttogewinn. Es ist das, was übrig bleibt, nachdem du die Kosten, die direkt mit dem Verkauf deiner Mascara verbunden sind, abgezogen hast.
“Overhead” bzw. Gemeinkosten verstehen
Als Nächstes musst du verstehen, wie viel du für Marketing, Personal und andere Verwaltungskosten wie Miete zahlen musst.
Im Geschäftsleben nennt man das Gemeinkosten. Das sind alle Kosten, die nicht direkt mit der Produktion und dem Versand der Mascara zusammenhängen.
Um das auf einer Einheit zu berechnen, musst du die Gesamtkosten durch die Anzahl der verkauften Einheiten teilen.
Berechnung des Betriebsergebnisses
Zur Vereinfachung nehmen wir an, du verkaufst nur Mascara – 2000 Einheiten pro Monat. Jeden Monat hast du $10.000 Personalkosten, $2.000 für Bürofläche und $500 für Software.
Das ergibt $12.500 pro Monat, geteilt durch 2000 verkaufte Mascaras. Das sind $6.25 pro verkaufte Einheit.
Das lässt $4.62 von jeder verkauften Mascara übrig. Das ist dein Betriebsergebnis, was eine Betriebsmarge von 33% ergibt.
Schließlich musst du Steuern und Kreditraten abziehen, falls vorhanden. So erhältst du deinen Nettogewinn, welcher dein Endergebnis ist.
Also klingt $13.95 tatsächlich nach einem vernünftigen Verkaufspreis.
In der Praxis ist diese Berechnung etwas komplexer, aber im Prinzip solltest du so die Wirtschaftlichkeit deines Geschäfts berechnen.
Prognose der Verkäufe
Beachte, dass wenn dein Kosmetikunternehmen ausreichend finanziert ist, musst du möglicherweise nicht von Anfang an Gewinne erzielen.
Aber solltest in jedem Fall einen gründlichen Plan haben, wie du in Zukunft mit den von dir festgelegten Verkaufspreisen Gewinne erzielen kannst.
Zuletzt solltest du in der Lage sein, deine Verkäufe zu prognostizieren. Es ist wichtig zu schätzen, wie viele Einheiten du verkaufen wirst, auch wenn das eine große Herausforderung mit viel Unsicherheiten ist.
Beginne konservativ: Es ist besser, positiv überrascht zu werden als enttäuscht.
5. Wähle die richtigen Vertriebskanäle
Alles klar, lass uns nun darüber sprechen, wie du deine Produkte an den Mann/die Frau bringt.
Jeder Vertriebskanal hat seine eigenen Vor- und Nachteile, also gehen wir sie einzeln durch.
Direktvertrieb bzw. Direct to Consumer (D2C)
Zuerst der Direktvertrieb, auch bekannt als Direct to Consumer (D2C).
Das bedeutet, dass du direkt über deinen E‑Commerce-Shop verkaufst.
Du hast die volle Kontrolle.
Du bestimmst die Marke, den Preis und das Kundenerlebnis von Anfang bis Ende. Außerdem kannst du viele Kundendaten sammeln, die du zur Optimierung deines Marketings oder Produkts nutzen kannst.
Der Nachteil ist, dass es allein an dir liegt, Kunden auf deine Website zu bringen und alles von der Bestellung bis zur Rücksendung zu managen.
Einzelhandel
Als nächstes sprechen wir über den Einzelhandelsvertrieb.
Denke an physische Geschäfte – große Ketten wie Douglas oder kleine Boutiquen.
Der Vorteil: Auf Regalen zu stehen, kann deiner Marke sofortige Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit verleihen. Kunden vertrauen einem Produkt oft mehr, wenn sie es in die Hand nehmen und anschauen können.
Außerdem könnten deine Verkaufszahlen sehr schnell stark ansteigen, wenn du im Einzelhandel landest.
Der Haken dabei ist: Einzelhändler nehmen einen Teil deines Umsatzes, und meist ist dieser ziemlich hoch.
Auch kann schnell ein ungesundes Abhängigkeitsverhältnis entstehen, wodurch der Einzelhändler eine große Verhandlungsmacht über seine Einkaufspreise deiner Produkte entwickelt. Dies sind sich die meisten Einzelhändler durchaus bewusst und nutzen es für ihren Vorteil.
Großhandel
Weiter geht’s mit dem Großhandel.
Das bedeutet, dass du deine Produkte in großen Mengen an andere Unternehmen verkaufst – wie Online-Shops, Spas oder Salons.
Das ist ein sehr attraktiver Vertriebskanal, da du es mit weniger, aber wesentlich größeren Bestellungen zu tun hast. So kann z.B. ein Spabetrieb locker 1000 Stück deines Produkts mit nur einer einzigen Bestellung abnehmen.
Allerdings sinkt dein Gewinn pro Stück, und du hast weniger Kontrolle darüber, wie deine Produkte präsentiert/verkauft werden, sobald sie deine Hände verlassen haben.
Online Marktplätze
Diese Plattformen können deine Reichweite über Nacht explodieren lassen, da sie eine Bühne für dein Produkt vor Millionen an Nutzern bieten. Sie übernehmen optional auch einen Teil des Kundenservices und der Logistik für dich.
Aber es ist ein überfüllter Markt, und sich abzuheben kann schwierig sein – ganz zu schweigen von den Gebühren und dem Anteil, den sie nehmen. Außerdem kannst du nicht das persönliche Markenerlebnis bieten, das du vielleicht möchtest.
Die Wahl der richtigen Kanäle hängt davon ab, dein Publikum zu verstehen, deine Geschäftskapazitäten zu kennen und zu entscheiden, wie involviert du beim Verkauf sein möchtest.
Mein Tipp ist es, vorerst mit nur einem Kanal zu beginnen und zu beobachten, wie es läuft. So kannst du dich voll und ganz auf diesen Kanal fokussieren. Später kannst du jederzeit neue Vertriebskanäle testen, um dein bestehendes Geschäft auszubauen.
Fallstudie: E.L.F. Beauty
Lass uns nun eine Fallstudie analysieren, um das Gelernte zu in der Praxis anzuwenden.
E.L.F. Beauty ist ein internationales Unternehmen, das hochwertige, erschwingliche Makeup- und Hautpflegeprodukte anbietet. Sie sind seit 2016 börsennotiert und müssen daher ihre Quartalsergebnisse berichten.
Schauen wir uns ihre Finanzen an und sehen, wie dies dir helfen kann, ein tieferes Verständnis für dein eigenes Geschäft zu bekommen.
Übersicht der Gewinn- und Verlustrechnung
Werfen wir einen Blick auf ihre Gewinn- und Verlustrechnung für ein Quartal.
Ihr Nettoumsatz – das ist der Gesamterlös – beträgt 270 Millionen Dollar. Das ist eine Steigerung von 85 % im Vergleich zum Vorjahr.
Vergleiche werden oft mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres angestellt, insbesondere bei Unternehmen, die von Saisonalitäten betroffen sind.
E.L.F. verkauft seine Produkte direkt an Verbraucher, über den Einzelhandel und andere Online-Marktplätze. So sind sie sehr breit aufgestellt und haben jede Menge Wachstumsmöglichkeiten.
Wenn du gerade erst anfängst, mach dir keine Sorgen darüber, nur einen Vertriebskanal zu haben. Das ist ganz normal und kann, wie bereits erwähnt, strategisch sehr sinnvoll sein.
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Bruttogewinn und ‑marge
Als nächstes prüfen wir, wie viel bei E.L.F. nach dem Abzug aller direkt mit dem Verkauf in Verbindung stehenden Kosten übrig bleibt. Das wird als „Bruttogewinn“ bezeichnet.
E.L.F. hat es geschafft, ihre „Bruttomarge“ auf 71 % zu verbessern. Ihr Bruttogewinn beträgt insgesamt 78 Millionen Dollar.
Das ist das, was übrig bleibt, um alle anderen Ausgaben des Unternehmens zu bezahlen.
E.L.F. hat ihren Bruttogewinn verbessert, indem sie ihre Verkaufskosten gesenkt haben.
Der Nettoumsatz stieg, aber die Kosten stiegen nicht im gleichen Maße. Sie geben an, dass dies auf Wechselkurseffekte, verbesserte Transportkosten und andere Kosteneinsparungen zurückzuführen ist.
Auch du solltest eine gesunde Bruttomarge haben, aber bedenke, dass sie sich im Laufe der Zeit verbessern kann; sie muss nicht perfekt sein, wenn du deine Marke startest.
Besonders bei niedrigen Bestellmengen.
Mit der Zeit wirst du in der Lage sein, deinen Bruttogewinn durch bessere Einkaufspreise bei höheren Stückmengen deutlich zu verbessern.
Betriebsausgaben
E.L.F.‘s Bruttogewinn beträgt 191 Millionen Dollar. Sie müssen jedoch ihre Mitarbeiter bezahlen, Miete zahlen, Geld für Werbung ausgeben und andere Fixkosten decken.
Das wird als Vertriebsgemeinkosten oder selling, general, and administrative expenses (SG&A) bezeichnet. Diese betragen 160 Millionen Dollar. Das ist eine Menge Geld, fast 60 % ihrer Einnahmen.
Wie du siehst, fallen deutlich mehr Kosten an, als die für die Herstellung deiner Kosmetikprodukte.
E.L.F. gibt an, dass dies auf eine Erhöhung der Marketingausgaben, Mitarbeitervergütungen, visuelle Merchandising und andere Kosten wie die Bezahlung von Beratern zurückzuführen ist.
Diese Ausgaben werden zu Beginn deines Kosmetikunternehmens nicht annähernd so hoch sein. Aber es ist wichtig zu bedenken, dass sie einen großen Teil deiner Gesamtkosten ausmachen können.
Besonders Marketingausgaben können einen großen Anteil an deinen Betriebsausgaben haben, wenn du deine Marke wachsen lassen willst.
Betriebseinkommen und Nettogewinn
Nun, was übrig bleibt, ist das sogenannte „Betriebseinkommen“.
Für E.L.F. im dritten Quartal 2023 sind das 31 Millionen Dollar. Das ist gar nicht schlecht. Nun müssen nur noch Zinsen – falls dein Unternehmen welche hat – und Steuern gezahlt werden.
Wenn du Maschinen besitzt, ist es wichtig zu bedenken, dass sie mit der Zeit an Wert verlieren. Aber das ist ein unwahrscheinliches Szenario für die meisten Kosmetik-Startups, daher werden wir dieses überspringen.
Ihr endgültiger Nettogewinn beträgt 26 Millionen Dollar.
Das ist das Geld, das am Ende jedes Zeitraums übrig bleibt, das du verwenden kannst, um in dein Geschäft zu reinvestieren, Marketing zu betreiben oder zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.
Gelerntes und Erkenntnisse
E.L.F. scheint ein gut etabliertes, wachsendes und profitables Unternehmen zu sein. Sie nutzen verschiedene Vertriebskanäle, um ein breites Publikum zu erreichen.
Sie haben gute Bruttomargen, freien Cashflow für Investitionen in Marketing und wachsende Nettogewinne.
Aber sie waren nicht immer profitabel, tatsächlich haben sie eine lange Zeit Verluste gemacht.
Was kannst du daraus mitnehmen?
Du musst verstehen, wie du deine Geschäftszahlen planst.
Du musst nicht von Tag eins an Geld verdienen.
Deine Marge muss nicht von Anfang an perfekt sein, aber du musst einen Plan haben, wie du ein nachhaltiges Kosmetikunternehmen aufbaust, das schließlich Gewinne generiert.





